My Life In London

Ein kleiner Auszug aus meinem Leben hier in London, nachdem ich Duesseldorf und meiner Heimat den Ruecken gekehrt habe ...

Saturday, September 30, 2006

Geburtstage und Harry Potter

Die Woche ist mal wieder (wie ueblich) wie im Fluge vergangen wobei ich hauptsaechlich meiner ueblichen Routine (wie Schlafen, Arbeiten, College, Arbeiten, Ausgehen und wieder Schlafen) nachgegangen bin *ggg*

Am Montag waren wir mit ein paar Maedels aus, in Wimbledon Village.
U.a. auch Nicole. Sie ist 23, aus Oesterreich und seit 2 Jahren das Kindermaedchen von Michael Ballack. Also nicht seins, sondern das seiner Kinder *lach*
Da Familie Ballack ja nun hier hin gezogen sind, ist sie natuerlich mit.
Wir hatten zu viel Baileys und zu viel Getratsche, alles in allem aber einen super lustigen Abend.

Dienstag durfte ich (genauso wie Freitagabend) babysitten und Mittwoch sind Sanne, Lillia und ich zusammen ins Kino (Odeon), wo wir uns "CHILDREN OF MEN" angesehen haben.

Der Film basiert auf dem Roman von P.D. James und zeigt ein (fuer meinen Geschmack) zu duesteres Bild von der Zukunft auf.
(In Deutschland laeuft der so viel ich weiss erst Mitte November)
2027, seit 18 Jahren ist kein einziges Baby mehr zur Welt gekommen. Ein unbekanntes Phänomen hat alle Frauen unfruchtbar gemacht, und die Menschheit altert unaufhaltsam ihrem Untergang entgegen. Wie die anderen reichen Nationen ist England längst zum Auffangbecken geworden, und trotz der Knute des Kriegsrechts beherrschen Chaos, Gewalt und Nationalismus den Alltag. Inmitten dieses Abgrunds ist es an einer Handvoll Menschen, der Menschheit ihre letzte Chance zu geben. Der desillusionierte Regierungsagent und ehemalige Aktivist Theo und seine Exfrau Julia werden zur Eskorte einer wie durch ein Wunder schwangeren Frau und geleiten sie auf ihrem gefährlichen Weg zu einem Zufluchtsort auf hoher See.

Am Donnerstag hatte ich ja bekanntlich Geburtstag *lol*
Es war ein wirklich schoener Tag und im College wurde ich von allen gefeiert. (Lag wahrscheinlich nur an dem leckeren Marmorkuchen den ich gebacken hatte).
Valerie (meine "grausame" Lektorin) konnte es aber trotzdem nicht lassen, mich mit Extraaufgaben zu bombadieren, nur weil ich es gewagt hatte, als Erste fertig zu sein und.. zu texten *ggg*

Gestern abend war ich dann wieder bei James babysitten, wo ich Tim und Struppi und anschliessend Harry Potter And The Chamber Of Secrets ansehen musste *grrr*

Monday, September 25, 2006

Sommer, Sonne und betrunkene Schotten

Hier seht ihr mich an einem meiner Lieblingsplaetze (wie immer, kein Kommentar bitte) und in meiner gewohnten Pose (= irgendetwas zu trinken in der Hand).

Das Wochenende war genial.
Am Samstag sind wir alle schon unmenschlich frueh aufgestanden, weil R. Geburtstag hatte und sich natuerlich zum grossen Geschenkeauspacken etc. versammelt wurde.
Anschliessend bin ich kurz ins Zentrum gefahren (Victoria Station), um dort Schlange zu stehen, endlose Brocken Chinesisch um die Ohren geschlagen zu bekommen und Dauerkonversationen mit gewissen Englaendern zu fuehren, welche sich zu schade sind fuer mich per Kreditkarte zu bezahlen (war nicht so wie's klingt *g*).
Mittags habe ich mich dann, nachdem ein netter "Community Support Officer" mir den falschen Weg erklaert hatte, mit Louise und Marleen in Putney getroffen.
Im Bus nach Wimbledon kamen wir dann wiederholt in den Genuss einen betrunkenen Englaender neben uns sitzen zu haben, der Marleen erzaehlte sie truege zu viel Make Up und mir ich haette ein seltsames Kinn (!!). Den Rest haben wir dezent ignoriert.
Es war wirklich warm in der Sonne, aber irgendwie ist es uns nicht gelungen, in Wimbledon ein Cafe zu finden, in dem man gemuetlich draussen sitzen kann.
Was Pubs und Cafes dort angeht kann man's echt vergessen.
Nachmittags haben wir dann R. und die Anderen fuer eine kleine Kaffee- und Kuchenrunde besucht und viel Spass gehabt, bevor ich mich spaeter mit Janna an der Station getroffen habe.
Wir hatten einen netten Abend in Central London, wo wir u.a. malwieder eine West End Show gesehen haben.
Auf dem Rueckweg haben wir einen Schotten im Zug getroffen, der Schwedisch und Deutsch konnte - beeindruckend *ggg* - was 2 Promille im Blut so alles bewirken koennen *g*

Der Sonntag war gezeichnet von Langeweile, schoenem Wetter, nervigen Touristen, Trips zum Trocadero und Suessigkeitgelagen, so wie einem Besuch der "Rocket Bar" am Fluss, wo Louise und ich nicht glauben konnten wie teuer Bacardi sein kann und wie betrunken Englaender im Durchschnitt.. *ggg*
Die Live Band war allerdings ziemlich cool und der Barkeeper niedlich. Er hatte das charmanteste Laecheln waehrend er uns mitteilte, dass unsere Drinks 5 Pfund kosten.

Sunday, September 24, 2006

Stars, Sternchen und Halsweh

Letzten Mittwoch waren Louise und ich malwieder im Kino (Odeon) hier in Putney und haben uns "LITTLE MISS SUNSHINE (oder: "A real loser is someone so afraid of winning they don't even try.")" angesehen.
In Deutschland laeuft der soviel ich weiss Mitte November erst an, aber dann ist es definitiv ein "must-have-seen" mit Oscar Aussichten fuer 2007.

Der Rest der Woche war wie ueblich etwas hektisch und mit Arbeiten + College ausgelastet. Wobei ich abends nicht nur babysitten war, sondern auch ein-, zweimal aus mit Freunden.
Gleich um die Ecke gibt es hier ein Leisure Centre (zu dem ich R. und L. oefter zum Ballett, bzw. Schwimmen begleite.) In diesem Leisure Centre gibt es unsagbar gutaussehende (und durchtrainierte) junge Englaender, bzw. Neuseelaender (ggg), bei deren Anblick selbst allen Muettern die mit ihren kleinen Kindern um den Beckenrand versammelt sind, die Knie weich werden.
Genau dieser Neuseelaender (Schwimmlehrer) scheint auch in einem unserer Stammpubs (Slug & Lettuce) hinter der Bar zu arbeiten.
Ist die Welt nicht gerecht.. aehh... klein?

Ausserdem war ich mit John (einem Amerikaner von der Westkueste, der leider in 2 Wochen auch wieder dahin zurueck fliegt und den ich (wie erwaehnt) bei Starbucks kennen gelernt habe) aus.
No comment (und keine dummen Fragen).

Und wo wir schonmal von gutaussehenden, jungen Maennern sprechen. Dieser Herr hier (Michael Ballack) spielt ja inzwischen (bekannterweise) fuer den erfolgreichen Londoner Fussballclub CHELSEA. (Chelsea ist nebenbei bemerkt eines der reichsten Londoner "Borough" und mit dem Auto 5 min von unserem Haus entfernt). Hinzu kommt, dass dieser nette Herr (mit dem furchtbaren Ossidialekt *g*) sich in unserem Nachbarort ein Haus gemietet hat. In "Wimbledon Village" (zu WIMBLEDON gehoerend, nur noch posher), ebenso gut von hier aus zu Fuss erreichbar.
Seine Soehne gehen zum Teil zur gleichen Schule wie Kinder von Freunden von uns (auch hier in Wimbledon, den Namen werde ich jetzt lieber nicht hier veroeffentlichen) und neulich gab es im Hause Ballack eine Geburtstagsparty, zu der eine Freundin von mir eingeladen war (bzw. ihr Pflegekind). Doch mehr will ich nicht ausplaudern *g*
Mister Ballack hat uebrigens am Dienstag (26.9.) Geburtstag. Zwei Tage vor mir. (Fuer alle die es wagen meinen Geburstag zu vergessen! Ich moechte zumindestens Schokolade bekommen! Die habe ich mir naemlich verdient!)

Bis dahin sind hoffentlich auch meine Mandeln wieder auf akzeptablere Groesse geschrumpft. Werde mich vorerst wohl weiterhin mit Nurofen, Anadin und Co. (gegen die Schmerzen) dopen muessen.

Friday, September 22, 2006

Von Kaffee Und Leid

Ich kann nicht glauben, wie schnell die letzte Woche vergangen ist. Wahrscheinlich lag das daran, dass ich im Dauerstress war.
Arbeiten, College, Arbeiten jeden Tag. Brilliant.
Wir haben zudem sehr engagierte Lehrer, die einem gern jeden Tag noch einmal 1 Stunde Extraarbeit mit auf den Weg geben.
Hierzu gehe ich (weil anders nicht moeglich) morgens nach der Arbeit (und vor dem College) zu Starbucks. Hat drei Vorteile:
1. Man kann sich besser konzentrieren
2. Man kann sich nebenbei mit Kaffee staerken
3. Man trifft nette, gutaussehende Amerikaner

Fuer alle die es noch nicht wissen:
Ich habe mit Daryl Schluss gemacht.
No comment.
Allerdings werde ich nicht rumsitzen und mich selbst bemitleiden. Ich habe mich dazu entschlossen die Tatsache, dass ich mich wochenlang aufgeregt und jetzt wahrscheinlich Bluthochdruck habe, dezent ignorieren.

Ignoriert habe ich auch meine Halsschmerzen. Fuer 9 Tage. Immerhin sind es nur dumme Halsschmerzen, who cares.
Aber jetzt reicht es mir.
Seit 5 Tagen sind die naemlich so schlimm geworden, dass ich alle 3-4 Minuten ne Panikattacke bekomme wenn ich darueber nachdenke, dass ich ja mal wieder schlucken muss.
Gestern habe ich eine Zeit lang versucht die Speichel nicht runter zu schlucken, sondern anderweitig loszuwerden. Hat aber nicht funktioniert und war zu viel Arbeit. Bloeder Schluckreflex! *grrrrrrrrrrrr*
Essen und Trinken kann ich seit zwei Tagen vergessen. Essen, schoen und gut, man gewoehnt sich an alles. Aber das Durstgefuehl ist doch schon ziemlich unertraeglich. Letzte Nacht habe ich nur von Riesen Glaesern Coca Cola getraeumt.
Gerade war ich beim "Boots" am Piccadilly Circus (Gott sei Dank gibt es hier von Aspirin bis Codein etc. alles im Supermarkt oder Drogeriemarkt und billig ist's auch. Ham die glaub ich von den Amis *lol*) um mir ein paar Strepsils und Merocets zu besorgen.
Die werd ich mir gleich mal dezent hinter die Kiemen pfeifen. Obwohl... dann heisst es ja wieder "Schlucken" *aaaaaaaaaahhhhhhhh*
Werde wenn's nicht besser wird (so nach 2 Wochen nervts dann glaub ich echt) Montag mal zum GP.
Da ich sonst keine Erkaeltungssymptome habe (ausser Fieber) und meine Lymphknoten uebel fett sind waere n bissl antibiotics not bad.. I think...

Gestern war ich babysitten (= Zusatzverdienst). Erst L. und R. und dann bei James. Er ist alleinerziehend und hat drei Kinder (8,10 und 12). Seine Frau ist vor einigen Monaten gestorben und als ich mich mit der 10-jaehrigen (Natasha) vorm ins Bett gehen unterhalten hab, habe ich gemerkt wie sehr sie ihre Mutter vermisst und leidet.
Mich hat das Ganze ziemlich mitgenommen.

Heute bin ich aus unserem Shopping Centre geworfen worden.
Ich hatte Molly dabei.
Hunde im Centre fand der Security Typ dann irgendwie nicht so lustig und weil ich mal wieder meinen Mund nicht halten konnte (vonwegen "warum koennen se denn kein Schild anbringen bladibla") bin ich dann dezent auf den Ausgang verwiesen worden *hust*

Tuesday, September 19, 2006

Sightseeing

Hier bin diesmal ich zu sehen, nachdem ich (nach dem anderen pic mit meiner lieben kleinen Schwester) auch aufs Foto (mit den beiden attraktiven Londoner Polizisten *g*) geschupst worden *lol*
(Anmerkung: Nein, das farblich angepasste outfit war ungewollt *ggg*)

Die Woche war bis jetzt "alright".
Montag war ich immens schlecht gelaunt (for no reason), waehrend ich heute echt gut drauf bin *seltsam*. Alles hat mich gestern genervt. Sogar Vanja, die in unserem E-kurs immer meint alles zu wissen, obwohl sie meistens falsch liegt. Gestern hatte ich das Vergnuegen zwei Stunden neben ihr zu sitzen. Immer den Mund aufreissen, obwohl man nichts weiss kann ich nicht leiden. Ich weiss alles, halt aber oft (aus Bequemlichkeit) die Klappe *lach*.
..Obwohl ich (zugegeben) auch ziemlich "laut" sein kann. Lassen wir das ...

Das Wetter ist genial (Gosh, das hier hoert sich an wie ein stinklangweiliger Tagebucheintrag oder gar eine Postkarte in die Heimat). Ich habe genug vom Sommer und meinetwegen kann der Herbst ruhig kommen.
Heute morgen haben die netten Herren auf BBC fuer Donnerstag eine "Hitzewelle" angekuendigt.
Dabei gibt es einen kleinen Unterschied. In Deutschland kann man hiernach auch wirklich eine lange, sehr, sehr heisse Periode erwarten.
Fuer England heisst dies (wie auch in diesem Fall) ein oder zwei Tage und 28 Grad.
Immerhin.

Freitag und Samstag nacht waren wir alle aus, bzw. tanzen und trinken *g* und Sonntag haben Louise und ich nach einem Treffen mit ein paar anderen Maedels aus Schweden (und lunch auf einem Boot in Richmond) unseren Marathontrip durch London fortgesetzt, wobei ich ihr weitere Standard-Sehenswuerdigkeiten wie Kensington Palace/Gardens, Buckingham Palace, Tower, Tower Bridge, St. Paul's Cathedral etc. gezeigt habe. Gott, taten uns anschliessend die Fuesse weh.
Zurueck mussten wir zu allem Uebel auch noch die Tube nehmen, da Louise nur ihre Oyster Card hatte.

Thursday, September 14, 2006

Arbeit, Kaffee und die Heimat

Gestern waren Louise, Marleen und ich im Kino (Odeon) hier in Putney und haben uns "You, Me And Dupree" angesehen. Eine nette Komoedie, sehr unterhaltsam.

College ist Stress pur im Moment. Zwar habe ich es endlich geschafft allen Papierkram etc. hinter mich zu bringen aber von den Zeiten her (ich bin dort 5 Tage die Woche) ist es doch sehr "intensiv" und nicht zuletzt extrem streng organisiert. Allerdings werde ich nach laengerer Zeit auch mal wieder richtig gefordert und das gefaellt mir.

Heute morgen habe ich es mir bei Starbucks mit meinen Buechern, einem Pfirisch-Himbeer Muffin und einem Kaffee Latte gemuetlich gemacht und erstmal ein bisschen gepaukt. Dabei konnte ich die unzaehligen Pendler beobachten, die schlangestehend und immer wieder auf die Uhr schauend noch schnell einen Kaffee vor der Arbeit bevorzugten. Ich liebe es einfach, Leute zu beobachten und in London kommt man da voll und ganz auf seine Kosten *g*

Die Handwerker gehen mir immer mehr auf die Nerven. Jetzt turnen die auch noch vor unseren Oberfenstern herum und schmeissen sich schmutzige Woerter an den Kopf *brrr*

Wir haben als "Aufsatz fuers Wochenende" ein Zitat von George Bernard Shaw bekommen: "
I dislike feeling at home when I am abroad
" und sollen dies interpretieren/analysieren bzw. unsere eigenen Erfahrungen/Meinungen argumentativ verarbeiten etc.
Dies hat mich aus irgendwelchen Gruenden dazu veranlasst genauer ueber dieses "Ins Ausland gehen" Kontrast "Heimat" nachzudenken und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass man nicht unbedingt in der Heimat sein muss, um sich zu Hause zu fuehlen. Im Grunde ist es egal wo man ist, solange man gluecklich ist. Und ich bin zum Beispiel hier gluecklich. Zu Hause? Man sagt nicht um sonst "wo das Herz zu Hause ist". "Zu Hause" ist meiner Meinung nach relativ. Man kann nie verleugnen wo man her kommt, wo die Wurzeln sind, wo man aufgewachsen ist. Doch gleichzeitig sollte man nicht all zu sehr an dem festhaengen was vertraut ist, sonst findet man nie Abenteuer, Erfahrung und Veraenderung. Und ich zum Beispiel brauche all dies.
Mal sehen was ich so mit dem Aufsatz anfangen werde, wenn ich vor lauter Arbeit jemals dazu kommen sollte...

Tuesday, September 12, 2006

Reisegeschichten

Am Wochenende bin ich wieder einmal in den Genuss gekommen, die meiste Zeit in Zug, Bahn und Bus zu verbringen und dort erlebt man bekanntlich die seltsamsten Geschichten. Auf der Fahrt ins Zentrum z.B. hatte ich einen echt hippen Busfahrer, welcher froehlich vor sich hin pfeifend mir erstmal den Unterschied zwischen Putney und Piccadilly erklaerte (wie peinlich). Ich hatte statt Piccadilly Circus, Putney Circus gelesen (der natuerlich nicht existiert) und mich bitterlich ueber die irrefuehrende Plakatierung beschwert *rotwerd*
*lach*
Spaeter auf der Oxford Street war ein aelterer Herr im Bus der sinnloses und nicht zusammenhaengendes am laufenden Band vor sich hinbrabbelte. Dies ist hier natuerlich nichts Ungewoehnliches. Ungewoehnlich war nur, dass er dies auf Deutsch tat (ausser mir war wahrscheinlich niemand ueber den sinnlosen Inhalt dieses Brabbelns verwundert *g* da ihn keiner verstand). Jedenfalls konnte ich (trotz Szenerie Oxford St) keine dt Touristen spotten (und darin bin ich normalerweise ziemlich gut, da ich Deutsche meist schon erkenne ohne sie sprechen zu hoeren, was ich allerdings mit nichts erklaeren und/oder belegen kann, es ist einfach das bestimmte Gespuer fuer die eigenen Landsleute glaube ich. (Bei Teenies sind es meist Eastpack Rucksaecke und trotz eines akzeptablen Kleidungsstils keine mit dem Glaetteisen massakierte 10-stufen geschnittene Haare... zum Beispiel! *g*).
Abends hatte ich dann noch einen extrem betrunkenen Iren (nein, nicht Irren, er kam aus Irland wie man an seinem Englisch trotz "Lallen" gut erkennen konnte) hinter mir im Bus sitzen. Eigentlich fiel mir sein Zweipromille-Brabbeln erst auf, nachdem eine farbige Dame neben mir stehend androhte die Polizei zu rufen, *lach* denn er hatte sie mit diversen Aeusserungen ueber Sklaven, Recht und Freiheit extrem beleidigt.
"Warum hoeren sie auf den, der ist doch bis zum Umfallen voll" versuchte ich sie zu beruhigen, doch sie war wie von Sinnen, was ihn nur noch mehr aufstachelte irgendwelche wackeligen Militaerbewegungen a la "Wir haben fuer unsere Rechte gekaempft. IHR habt eure Freiheit hergegeben" und Co. abzuziehen.
Als ich ausstieg wollte er von mir noch unbedingt hoeren, dass er ja Recht gehabt haette... "Ja, ja, natuerlich" sagte ich (waehrend ich nur dachte: "Idiot")

Der angekuendigte "train strike" wurde am Wochenende Gott sei Dank abgesagt und so fuhren alle Zuege auch am Montag nach Plan (was von allen sehr begruesst wurde, denn ansonsten waere das pure Chaos ausgebrochen. Nicht zuletzt weil gestern 9/11 war).

Als wir am Sonntag in Richtung Piccadilly Circus gelaufen sind, fielen uns die vielen Absperrungen und Dutzende Polizisten auf. Einer von ihnen erklaerte uns dann, dass Prinz Charles erwartet wuerde, welcher sein Theater (Prince Of Wales Theatre), in dem z.Z. das ABBA Musical MAMMA MIA gespielt wird, besuchen wuerde.
"Wie langweilig" rutschte mir dann raus und der nette Bobby grinste: "Yep, allerdings. Mir ist auch schon ganz langweilig" (was ziemlich offensichtlich wurde als er uns daraufhin fragte woher wie kaemen (ich wurde wieder promt nach "Schweden" verfrachtet (typisch fuer Englaender, die raten sollen wo ich herkomme) und mit seiner schwedischen Freundin und Trips nach Deutschland zutextete.
"Wir muessen dann mal"... Englische Bullen sind zwar (wie ich schonmal ansprach) im Vergleich zu Deutschen (durch ihre Uniform etc.) auf eine Art attraktiver, jedoch hatte dieser einen so extrem nordenglischen Dialekt, dass es nur nervig war *lol*

Sunday, September 10, 2006

Wuetend ...

Als ich heute morgen aus dem Bus ausstieg und in Richtung Leicester Square watschelte, um mich mit einer Freundin zu einem coffee latte bei STARBUCKS zu treffen, fiel mir ein Kamerateam direkt vor meiner Nase auf. So weit so gut. Hier sieht man staendig irgendwelche film crews, cameras und stars umher laufen (gerade am Leicester Sq habe ich schon Tom Cruise, Harry Potter und Co., Paris Hilton, Hugh Grant, Emma Tompson u.v.a. zu Gesicht bekommen, aber das Gesicht des Moderators kam mir dann doch sehr bekannt vor.. aus Deutschland und von Pro Sieben *ggg* Steven Gaetjen. (Irgendwie kennt man den ja)
Er war gerade in einer Diskussion mit einem Londoner vertieft, welcher ihn mit allen Mitteln zu ueberreden versuchte, ihn zu interviewen *lach*. Gutes Englisch der Junge (hat aber auch mal drei Jahre in London gelebt wie er mir danach erzaehlte). Hab ihm dann mal kurz "Hi" gesagt (bzw. "Hi. Sie sind aus Deutschland, ne?") (immerhin freut man sich ja immer in London mal n deutsches Gesicht zu sehen *lol*) "Oh, ja - hi ich bin Steven" (streck die Hand entgegen) war dann seine erste Antwort/Reaktion. Echt sympathisch. Er erzaehlte mir dann spaeter, dass sie gerade was fuer die "Disney Filmparade" am filmen seien und fragte wo in London ich denn wohnen wuerde etc. Sehr nett und sehr gutaussehend der Herr *ggg*

Danach haben wir uns erstmal mit einem Subway Sandwich an den Trafalgar Square verzogen, wo wir in der Sonne bruzzelnd den tollen Paraden 16-jaehriger lauschen durften, welche dort eine Art Festival "God save the teens" organisierten und mitunter staendig die Nationalhymne schmetternd an uns vorbei marschierten *nerv* Voellig talentfrei wohlgemerkt.

Gestern habe ich Reisefuehrer gespielt und Louise (welche Schwedin ist und erst letzte Woche hier her gezogen ist) Central London gezeigt. Ich war selbst erstaunt wie viel wir an einem Tag abgegrast haben und wie weit gefaechert inzwischen mein "knowledge" bezueglicher dieser Stadt ist.
Also wenn ihr mal nach London kommt und jemanden braucht, der euch alles zeigt.. Ich nehme 15 GBP per hour.

Von Waterloo startend haben wir erstmal den 176er zum "Strand" genommen, sind von da aus (mit einem Abstecher zu ein paar Kosmetikshops *g*) gelaufen.. Trafalgar Square, Leicester Sq, Piccadilly Circus, Shaftesbury Av, The Mall, Westminster, Westminster Bridge, Big Ben, Houses Of Parliament, London Eye, Southbank (ich liebe es dort), Embankment, Covent Garden, Soho und China Town (wo wir bei "Mr Wu" auch mein geliebtes 4 Pfund Buffett genossen haben und eine kleine Chinesin welche des Englischen nicht maechtig war extrem verwirrt haben).
Spaeter sind wir ueber die Regent Street noch hoch zum Oxford Circus gelaufen, Oxford Street bis Marble Arch und dann mit der Tube nach Holborn, wo wir in den 168er Bus nach Waterloo gestiegen sind, weil ich mich dort um 7 mit Daryl treffen wollte.
Waehrend des Wartens (und ich musste wie immer sehr viel warten) sind mir zwei Obdachlose aufgefallen, die sich extrem in die Wolle bekommen haben - allerdings nicht mehr oder weniger als es Obdachlose in ihrem Suff alle Nase lang tun. Irgend eine Nase hat dann wohl als hoch besorgter und aufmerksamer Buerger die "old bill" gerufen und so fuhren diese dann kurze Zeit spaeter mit heulenden Hollywood Sirenen (die haben hier echt drei Verschiedene, was mich nach so langer Zeit immer noch fasziniert und/oder manchmal extrem nervt) vor.
"Suchen sie vielleicht die zwei Obdachlosen?" habe ich den einen Polizisten gefragt. "Die am kaempfen waren?" ergaenzte der freundliche Bobby daraufhin... "Naja, kommt drauf an wie man "kaempfen" (fighting) definiert" *ggg*
Hab ihnen dann die Richtung gewiesen aber nach zwei Minuten sind sie (wie vorraussehbar) wieder genervt ins Autochen gehuepft und ich habe erstmal ueberlegt, ob ich einem gewissen Englaender hoechstpersoenlich den Hals umdrehe (um dann ggfs. wirklich einen anstaendigen Einsatz der "boys in blue" zu provozieren.
Aaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhh......... Mr. Daryl hat es mal wieder geschafft mich saftig auf die Palme zu bringen - KEIN KOMMENTAR!

Friday, September 08, 2006

Verflucht



Dies war in der Royal Albert Hall - wirklich beeindruckend.

Endlich Wochenende, der altbekannte Spruch und jedesmal gilt er wieder neu, denn Freitagabend ist und bleibt nun mal der beste Abend der Woche.
Wir hatten ein wirklich fantastisches Dinner dank Anne, die mit ihren Kochkuensten wirklich einen Award verdient haette. Zum Nachtisch gab es einen Schokoladenkuchen vom besten Konditor der Stadt - ein wahrer Hochgenuss - und mein Magen spielt verrueckt (der ist so exquisites Speisen nicht gewoehnt). Zudem laufe ich seit zwei Tagen mit Kopfschmerzen durch die Gegend.

Ich scheine verflucht zu sein. Auf jeden Fall in der letzten Zeit. Wo immer ich gehe und stehe scheinen Unfaelle zu passieren. Nicht mir, sondern Anderen. So auch heute.
Ich stehe an der Kreuzung an der High Street in Putney, Suedwest-London und warte darauf eine Luecke zu finden, um die viel befahrene Strasse zu ueberqueren (Anmerkung: Fussgaengerampeln gibt es hier natuerlich, aber es gibt kein Gesetz dass Fussgaengern verbietet bei Rot zu ueberqueren, d.h. selbst wenn man dies vor den Augen eines Polizisten taete (was ich schon oft genug getan habe) wuerde niemand etwas sagen).
Ein Mercedesfahrer hatte beim Rechtsabbiegen den Gegenverkehr missachtet und so schaffte es ein weisser Mc Donalds Lieferwagen mit 30 mph (=50kmh) diesen huebsch zu crashen und ueber die halbe Kreuzung zu jagen.. hinein in eine Verkehrsinsel auf der ein junger Mann stand, welcher den Pfeiler gegen die Beine geschleudert bekam. Das Ganze sah anschliessend ziemlich.. sagen wir mal.. chaotisch aus und die Fahrbahn war auf dieser Seite (wie ich spaeter auf dem Rueckweg bemerkte) fuer gut zwei Stunden gesperrt.
Wir haben natuerlich sofort mit zehn Mann zum Handy gegriffen um den "authorities" mitzuteilen, dass sie ihr "lunch" verschieben und zu nem "rta" kommen muessen, aber alle Beteiligten waren bis auf einen (verstaendlichen) Schock "alright". Den Mercedesfahrer haben wir erstmal mit Coke aus dem Pub gegenueber versorgt *g* und ein bisschen getroestet (immerhin kommt einiges auf ihn zu, d.h. wer Schuld hatte stand ausser Frage), der Lieferwagenfahrer hat ein bisschen genervt (ja, ja, du kannst rein garnix dafuer, wir wissen's), aber der Typ der den Pfeiler abbekommen hatte war echt suess und hatte diesen "netten" nordengl. Dialekt.
Die "Jungs in Blau" haben jedenfalls ewig gebraucht um ihre huebschen Zeugen zu befragen und letztendlich auch meine "details" aufzunehmen, waehrend die "Jungs in Gruen" (sprich Rettungswagen und Co) aufgrund Mangels von Verletzten relativ schnell wieder abgezogen sind.
Wenigstens habe auch eine Coke aus dem Pub bekommen *lach*

Danach war "Collegetime" angesagt und ich habe Ewigkeiten mit irgendwelchen "headteachers" und Profs rumgestritten, bevor ich endlich meinen verdienten applepie essen und mich darueber amuesieren konnte, wie Leute es schaffen elf Jahre (!) in einem Land zu leben und danach immernoch zu sprechen, als seien sie gerade von irgend einem Fluechtlingstransport gesprungen *tzztzz*

Abends waren wir dann noch P.'s family besuchen und ich habe Louise getroffen, bevor ich nach Central aufgebrochen bin, wo ich hoffentlich gleich einige Drinks ausgegeben bekomme.

Ich habe im SUDOKO versagt und zu viel Schokolade gegessen - das sind die News.

Thursday, September 07, 2006

Muede


Hier seht ihr mich zusammen mit einem meiner besten Kumpels - Miro.

Im Moment bin ich immer noch ziemlich beschaeftigt mit Arbeit, Collegesuche, Einschreibung und anderen Dingen die erledigt werden muessen, was ziemlich stoerend ist und mir zusammen mit dem allabendlichen babysitten ein bisschen die Kraft raubt, aber ich bleibe stark *g*

Putney ist wirklich schoen und die High Street mit all ihren Geschaeften etc. ist herrlich. Heute bin ich ein bisschen mit dem Auto durch die Gegend gefahren, um mich zu orientieren. Mittlerweile habe ich raus, in welche Richtung ich nach Wimbledon, Hammersmith, Fulham oder Richmond komme - sehr schoen.

Wir haben Maler hier was mitunter ein wenig, na sagen wir mal nervig sein kann und hinzu kommt, dass heute mein erster Tag ist, an dem ich mal mehrere Stunden alleine bin - herrlich.

Gestern war ich am College in Richmond, um dort einige Tests und Interviews zu absolvieren. R. ist mitgekommen und so haben wir dort den Nachmittag hauptsaechlich mit Warten und Schlangestehen verbracht. Mit den Kursen ist es im Moment ein reines Chaos und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das belegen kann was ich moechte.
Werde am Montag erstmal in Twickenham mit einem L2-ESOL Kurs am dortigen Center starten, mal sehen.

Im Moment schlafe ich zu wenig und esse zu viel. Das muss sich aendern.

Wednesday, September 06, 2006

Abwege

"Gott, Kind, ist dir nicht kalt in diesem Sommerhemdchen?"
.. so sprach mich eine nette Mittsiebzigerin an, als ich in South Kensington auf den C1er Bus wartete.
Sie war eine dieser lieblichen alten Damen, denen die Einsamkeit ins Gesicht geschrieben steht und die mit jedem Wort das man ihnen widmet aufzubluehen scheinen.
"Deine Uhr ist aber huebsch. Sehr modisch" und dann wollte sie ueber die Busse reden, die Busfahrer die so ruecksichtslos sind, die Kinder die von ihren Eltern nicht anstaendig angezogen werden, die Fahrplaene denen man nicht glauben kann, die Geschaefte mit ihren unmoeglichen Oeffnungszeiten und nicht zuletzt der Wandel der Zeit, welcher kleine, reizende, alte Damen manchmal zu vergessen scheint.. so als waeren die letzten 80 Jahre nicht mehr entscheidend, so als waeren sie nie dagewesen...

London ist manchmal verrueckt und das im wahrsten Sinne des Wortes - ver-rueckt - weggerueckt von dem was man erwartet, vermutet oder glaubt und das ist es was ich an dieser Stadt so liebe. Man kann tausend Mal zu ein und der selben Stelle gehen und jedes Mal ist es anders, man weiss nie was einen erwartet.. und so wird es selten langweilig.
Am Trafalgar Square war am Samstag ein Fest fuer Behinderte organisiert, mit Programm, Musik und Verkaufszelten.
Als ich mich kurz zu einigen Schaulustigen stellte um die Proben einer Tanzgruppe zu begutachten war dort dieser .. Mann. Inder, um die 30.. Einer von diesen "guck-ihn-nicht-an-sonst-wirst-du-ihn-nicht-mehr-los"-Glitschtypen. Beim Umdrehen krachte er natuerlich prompt in mich rein, was er wohl dann auf den zweiten Blick ganz amuesant fand - ich aber nicht - und dementsprechend habe ich ihn auch angeschaut. Als er mir dann noch auf die Fuesse trat konnte ich mir ein "ouch" mit dementsprechenden Schlangenblick nicht verkneifen und das war ein Fehler. Nach etwa 15 min fiel mir ploetzlich auf, dass er mich die ganze Zeit verfolgt hatte und ich bekam dann alle paar Schritte nette Ausdruecke wie "Scheiss Schlampe" und "Arrogante Sau" um die Ohren geschmissen, waehrend er keine Anstalten machte von meiner Seite zu weichen.
Waere es dunkel und ich allein gewesen, haette ich sehr wahrscheinlich Angst bekommen, aber der Tatsache entgegen blickend, dass nur ein paar Meter entfernt Community Support Officers und Hilfsorganisationen gecampt haben, habe ich lediglich Wut bekommen.
"Pass lieber auf, sonst hol ich die Polizei"
"Pass du lieber auf, sonst erlebst du was" kam daraufhin von ihm...
"Was ist los, ist dir schlecht?"
"Allerdings. Mir wird schlecht wenn ich dich sehe" konnte ich mir dann trotz meiner *raeusper* guten Erziehung nicht verkneifen.. und nach einem kurzen Gespraech mit einem uniformierten zweimeter Farbigen hat sich mein Verfolger letztendlich dann auch aus dem Staub gemacht. Nach dieser Aktion und einem bemitleidenden Blick von ein paar Umherstehenden hat mir dann irgendwie selbst mein geliebtes Subway Sandwich nicht mehr geschmeckt *g*

Ich habe allerdings rausgefunden, dass es in London tatsaechlich gutaussehende Busfahrer gibt. Und da ich viel mit dem Bus fahre, hat mich dann wieder getroestet (Nein, Scherz).

Die Woche hat ziemlich beschaeftigt begonnen und obwohl ich es lieber den ganzen Tag in Bewegung und unterwegs zu sein, hat es mich ein bisschen ermuedet. Die Arbeit ist absolut in Ordnung und es ist nicht so, dass es mir nicht gut geht - allein die Energie geht mir im Moment etwas ab und ich habe zum Teil das Gefuehl nicht genug Zeit fuer mich selbst zu haben, d.h. mich ein wenig zu verlieren, aber ich denke das gibt sich wieder.

Gestern waren L. und ich bei einem weiteren Konzert der "BBC PROMS" in der Royal Albert Hall, das wir trotz der etwas stickigen Luft im zweiten Akt *hust* sehr genossen haben.
Es macht wirklich Spass mit L. was zu unternehmen. Dabei wird selbst jede Fahrt mit der Tube zum Abenteuer *lol* und ich bin mir sicher, dass wir die Leute um uns herum mit Geschichten von diversen sardistischen Lehrern und Teenieschwaermen auch sehr unterhalten haben *g*
Auf dem Rueckweg mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da ein "Motorrad vs Auto" Unfall nicht nur drei komplette Spuren lahm gelegt und einen Grosseinsatz von Londons Einsatzkraeften inkl. Feuerwehr verursacht hatte, sondern folglich auch unseren Bus auf Um- und Abwege geschickt hat, so dass wir ihn erstmal suchen mussten.
"Ich will noch nicht sterben" (ggg) war L.'s Reaktion.. Wir waren etwas spaet am Ende und ich habe "LOST" verpasst *brrr* Das war wirklich eine Tragoedie:-)

Sunday, September 03, 2006

Wochenende

Das Wochenende war soweit einfach gigantisch und als ich Samstagmorgen (nach einem porridge-Fruehstueck welches ich so vermisst hatte) in den Zug in Richtung Zentrum gestiegen wusste ich wieder warum ich all dies mache...

Ich wusste dass ich wieder in London bin, als ich an der Waterloo station aus den Zug aussteigend erstmal umgerannt worde und auf meinem Schlendergang entlang Tottenham Ct Rd ueber einen Schwarzen gestolpert bin, der sich entschlossen hatte mitten auf den Buergersteig in eine Totenstarre zu verfallen, welche von Passierenden dezent ignoriert und als "entweder Drogen oder zu viel getrunken" (as usual) abgetan worde. (Hier liegen andauernd Leute in der Gegend herum *lol*)
Nach meinem Trip zu Mc Donald's (etwa 25 min spaeter) lag er immernoch an der gleichen Stelle. Ein zufaellig vorbei fahrender Rettungswagen hat (nach nem kleinen Huptest) den Herren dann zum Leben erweckt und davon abgehalten den Fussgaengerweg weiter zu blockieren, bzw. ein zweites Mal gegen die Tuer der dortigen Telefonzelle zu kotzen *ggg*

Es ist wirklich wunderbar und erfrischend, wenn man morgens in den Spiegel guckt und denkt "Gott, sehe ich malwieder furchtbar aus", heraus auf die Strasse geht "Gott, hoffentlich merken die Leute nicht dass ich kein Make Up trage" und in den naechsten Supermarkt "Oh, oh, jetzt kannst du doch auch nicht noch Schokolade kaufen" und dann von einem wildfremden Angestellten dort gesagt bekommt, dass man schoen ist. Das pushed und erhellt den tristen "Ich-Sehe-Ja-So-Schlimm-Aus-Tag" *g*

Nachdem ich mich mit Eva getroffen und gechecked habe ob gewisse Laeden noch dort stehen wo sie hingehoeren und der Special Caramel Frappuchino with whipped cream and chocolate noch so schmeckt wie er soll, habe ich mich aufgemacht zu meinem Trip nach Kensington, um dort spaeter Anne zu treffen und in der Royal Albert Hall (gigantisch!) die Proms zu sehen, bzw. eine davon....
Die Berliner Philharmoniker

Das Programm sah wie folgt aus:



Szymanowski
Violin Concerto No. 1 (25 mins)
Solist: Frank Peter Zimmermann (Violine)
(interval)
Bruckner

Symphony No. 7 in E major (70 mins)
Dirigent Simon Rattle


Sehr beeindruckend muss ich sagen und nicht vergleichbar mit Fernsehversionen.
Die Kulisse war ebenso fantastisch und atemberaubend.

Beim Passieren des Buehneneingangs hoerte ich auf einmal ueberall Deutsch um mich herum und da konnte ich es nicht lassen und habe mich mit einem der Musiker unterhalten und ihm zum erfolgreichen Konzert gratuliert (War uebrigens ein zweiter Geige.. *g*) bevor ich ihn dann auch Anne vorgestellt habe, welche von seinem Englisch (immerhin war er Deutscher) beeindruckt war.. Er fragte mich wo ich her kaeme und wir stellten fest, dass wir garnicht so weit auseinander wohnen, da er in Wuppertal lebt. Er erzaehlte mir dann auch, dass sie am naechsten Tag nach Berlin zurueck fliegen werden und dass in der Royal Albert Hall zu spielen (obwohl er schon seit 9 Jahren dabei ist) was ganz Besonderes fuer sie war.

Heute abend werde ich mir mit einer Freundin erneut ein Konzert dort ansehen (da Stehplaetze nur 5 £ kosten und ich Beethoven liebe) Diesmal mit dem Philadelphia Orchestra .. Folgendes:

http://www.bbc.co.uk/proms/whatson/0309.shtml

Because of you
I never stray too far from the sidewalk
Because of you
I learned to play on the safe side
So I don't get hurt
Because of you
I find it hard to trust
Not only me, but everyone around me
Because of you
I am afraid

Angekommen

Dies wird also mein erster Eintrag - eine Premiere und ich liebe Premieren.Meine Woche war bis jetzt Stress pur und doch habe ich es genossen.Die Nacht von Sonntag auf Montag war grauenvoll und ich habe mal wieder kaum geschlafen (hat irgendjemand ein paar Tips gegen Schlafprobleme die mitten in der Nacht und nachdem man bereits fuer 4 Stunden geschlafen und getraeumt hat auftreten? Her damit...)Montag morgen - Acht Uhr aufstehen, duschen, fruehstuecken, Koffer packen, wie eine Irre durch unseren Ort rasen auf der Suche nach... ta ta... Tesafilm (!) und anschliessend von einer Mutter angemotzt werden, die nicht verstehen kann wie man gewisse Sachen in letzter Minute und noch dazu in Lichtgeschwindigkeit erledigen kann ohne dabei (wie andere) etwas zu verlieren - wie z.B. die Geduld *ggg*

Dann war da noch irgendwo eine kleine Schwester welche es liebt fuer mich Geschenke einzupacken und sich mit Zahnpasta im Mund furchtbar darueber aufregen kann, dass man sie gefooled hat und zwar Muehe aber nicht Zeit sparen wollte (sorry Vany)!

Der Flughafen ist ein Ort den ich inzwischen wirklich lieben gelernt habe. Ich habe schon Stunden (und zusammen gerechnet bestimmt Tage) dort verbracht. Als Kind hat uns unser dad oft dort hin genommen, um stundenlang die Flieger starten und landen zu sehen (und anschliessend mit teuren Flughafensuessigkeiten und Modellflugzeugen versorgt zu werden). Spaeter (und immernoch) war er ein Ort der Freiheit fuer mich. Hinzu kommt, dass ich die Fliegerei schon immer geliebt habe. Als ich Siebzehn war habe ich mich bei Lufthansa fuer eine Pilotenausbildung beworben (wo ich zwar weit gekommen bin aber letztendlich nicht bestanden habe) und ein paar Monate spaeter bei der DFL (Deutsche Flugsicherung) in Hamburg. Auch dort wurde ich eingeladen und habe den (wirklich unsagbar kompakten und herausfordernden) Test absolviert, welcher in meinen Augen den Pilotentest bei der Lufthansa noch um Einiges uebertrifft. Von Hamburg habe ich damals wirklich nichts gesehen *g* aber es war eine Wahnsinnserfahrung die ich nicht missen moechte.

"Regenschirme sind nicht erlaubt, das steht auch bei den Beschraenkungen beim Security Check fuer Handgepaeck, guck dir diese Waffe an" (mit meiner Schwester am BA Check In)
Nach einer kleinen Diskussion darueber fing die Dame hinter uns ploetzlich wild an in ihrer Handtasche zu kramen und sagte zu ihrem Mann: "Ich glaub den Schirm habe ich eh vergessen"... *lach* Damit waren natuerlich "Knirpse" nicht gemeint *ggg*

Flughaefen sind ausserdem fabelhafte Orte um Leute zu beobachten.
Mein Flug war puenktlich und abgesehen von den Unwetterwolken die unser Pilot unbedingt beim Anflug auf London umgehen wollte auch ohne Turbulenzen (die ich so liebe).

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bestand im Grunde eigentlich darin, auf drei niedliche Kinder und einen Hund aufzupassen, waehrend meine groesste Herausforderung darin bestand nicht die Geduld zu verlieren (und darin bin ich Meister). Wir waren schwimmen, spazieren, im Kino, bei Starbucks und ich kam sogar dazu meine kuenstlerische Ader (die sehr, sehr tief liegt) wieder zu entdecken und zu zeichnen. Nun weiss ich warum Frau Scheer, meine liebliche Kunstlehrerin am Meerbusch Gymnasium mich nicht leiden konnte *g*Endlich habe ich "Pirates Of The Caribean II" gesehen und falls ich es noch nicht erwaehnt habe, Johnny Depp und Orlando Bloom sind absolut .. zum kreischen (und falls das Teenagermaessig klingen sollte: Pech gehabt).

Ich wohne in Putney und die Gegend hier ist absolut akzeptabel, ebenso wie zentral.
Am Mittwoch haben L., L., R. und ich es geschafft Eineinhalb Stunden zu laufen.. und zwar vom Kino in Wimbledon bis vor unsere Haustuer - man war beeindruckt *ggg* - wobei ich schwer damit beschaeftigt war zu verhindern, dass gewisse Siebenjaehrige auf der Suche nach diversen Muenzen unter Doppeldeckerbusse fallen, waehrend L. unsere Einkaeufe, sprich rund ein duzend Bananen als Waffe benutzt und so vollkommen zu Bananenmus verarbeitet hat - ein wirkliches Talent der Junge *g*Es gibt viel was ich an England liebe, aber eine Sache davon sind die Zeitschriften (fragt mich nicht warum). In Deutschland wuerde ich mir gewisse Magazine niemals kaufen, aber hier bin ich regelrecht suechtig danach. Now, Hello, O.K., Closer und Co. haben es mir (peinlicher Weise) echt angetan und WHSmith ist ohnehin einer meiner Lieblingslaeden. Dazu spaeter mehr.
Ausserdem haben wir herausgefunden, dass Woolworth hier in Putney perverse Sicherheitsleute beschaeftigt und Hunde tatsaechlich schwimmen koennen (waer haette das gedacht). Gut aussehend heisst nicht immer gut aussehen und das Wichtigste beim Kochen fuer ein halbes dutzend Leute heisst: Ruhe.Das war meine Woche soweit und im Moment bin ich einfach nur froh, dass ich mich erstmal erholen kann, bevor die Arbeit anfaengt.Ich habe mich am South Thames College hier beworben, werde aber wohl letztendlich doch nach Richmond gehen, um Geld (welches ich nicht besitze) zu sparen. We'll see.