Verflucht

Dies war in der Royal Albert Hall - wirklich beeindruckend.
Endlich Wochenende, der altbekannte Spruch und jedesmal gilt er wieder neu, denn Freitagabend ist und bleibt nun mal der beste Abend der Woche.
Wir hatten ein wirklich fantastisches Dinner dank Anne, die mit ihren Kochkuensten wirklich einen Award verdient haette. Zum Nachtisch gab es einen Schokoladenkuchen vom besten Konditor der Stadt - ein wahrer Hochgenuss - und mein Magen spielt verrueckt (der ist so exquisites Speisen nicht gewoehnt). Zudem laufe ich seit zwei Tagen mit Kopfschmerzen durch die Gegend.
Ich scheine verflucht zu sein. Auf jeden Fall in der letzten Zeit. Wo immer ich gehe und stehe scheinen Unfaelle zu passieren. Nicht mir, sondern Anderen. So auch heute.
Ich stehe an der Kreuzung an der High Street in Putney, Suedwest-London und warte darauf eine Luecke zu finden, um die viel befahrene Strasse zu ueberqueren (Anmerkung: Fussgaengerampeln gibt es hier natuerlich, aber es gibt kein Gesetz dass Fussgaengern verbietet bei Rot zu ueberqueren, d.h. selbst wenn man dies vor den Augen eines Polizisten taete (was ich schon oft genug getan habe) wuerde niemand etwas sagen).
Ein Mercedesfahrer hatte beim Rechtsabbiegen den Gegenverkehr missachtet und so schaffte es ein weisser Mc Donalds Lieferwagen mit 30 mph (=50kmh) diesen huebsch zu crashen und ueber die halbe Kreuzung zu jagen.. hinein in eine Verkehrsinsel auf der ein junger Mann stand, welcher den Pfeiler gegen die Beine geschleudert bekam. Das Ganze sah anschliessend ziemlich.. sagen wir mal.. chaotisch aus und die Fahrbahn war auf dieser Seite (wie ich spaeter auf dem Rueckweg bemerkte) fuer gut zwei Stunden gesperrt.
Wir haben natuerlich sofort mit zehn Mann zum Handy gegriffen um den "authorities" mitzuteilen, dass sie ihr "lunch" verschieben und zu nem "rta" kommen muessen, aber alle Beteiligten waren bis auf einen (verstaendlichen) Schock "alright". Den Mercedesfahrer haben wir erstmal mit Coke aus dem Pub gegenueber versorgt *g* und ein bisschen getroestet (immerhin kommt einiges auf ihn zu, d.h. wer Schuld hatte stand ausser Frage), der Lieferwagenfahrer hat ein bisschen genervt (ja, ja, du kannst rein garnix dafuer, wir wissen's), aber der Typ der den Pfeiler abbekommen hatte war echt suess und hatte diesen "netten" nordengl. Dialekt.
Die "Jungs in Blau" haben jedenfalls ewig gebraucht um ihre huebschen Zeugen zu befragen und letztendlich auch meine "details" aufzunehmen, waehrend die "Jungs in Gruen" (sprich Rettungswagen und Co) aufgrund Mangels von Verletzten relativ schnell wieder abgezogen sind.
Wenigstens habe auch eine Coke aus dem Pub bekommen *lach*
Danach war "Collegetime" angesagt und ich habe Ewigkeiten mit irgendwelchen "headteachers" und Profs rumgestritten, bevor ich endlich meinen verdienten applepie essen und mich darueber amuesieren konnte, wie Leute es schaffen elf Jahre (!) in einem Land zu leben und danach immernoch zu sprechen, als seien sie gerade von irgend einem Fluechtlingstransport gesprungen *tzztzz*
Abends waren wir dann noch P.'s family besuchen und ich habe Louise getroffen, bevor ich nach Central aufgebrochen bin, wo ich hoffentlich gleich einige Drinks ausgegeben bekomme.
Ich habe im SUDOKO versagt und zu viel Schokolade gegessen - das sind die News.


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