Von falschen Blättern und freundlichen Verkäufern
Zur Hälfte ist mein Aufenthalt im Heimatland nun um und beim Bilanz ziehen habe ich festgestellt, dass es mir im Prinzip bis jetzt sehr gut gefallen hat. Ich geniesse jede Minute und es ist herrlich all meine Freunde wieder zu sehen.
Gestern habe ich zusammen mit Tina in vergangenen Zeiten geschwelgt, Videos angesehen, chinesisch gekocht, Kinderschokolade gemampft, gequatscht und gesungen (bzw. Klavier gespielt) wie wir es früher so oft getan haben. Dabei haben wir das komplette Repertoire durchgeträllert und nun habe ich wie befürchtet Halsschmerzen *g*
Heute habe ich nach einer "English Translation"-Vorlesung an der Heinrich Heine Universität (und einer kleinen Diskussion mit dem irischen Lektor) endlich meine kleine Jess wiedergetroffen, auch wenn wir als Treffpunkt die weniger schöne Stadt Duisburg wählen mussten *hust*
Jedes Mal wenn ich dort aus dem Zug steige weiss ich genau wo ich niemals hinziehen würde und es ist faszinierend was für Variationen der deutschen Sprache man dort zu hören bekommt.
Ein weiterer Kulturschock *LOL* - das dortige "Cafe" im KAUFHOF ...
Weniger ein Kulturschock als ein bekanntes Bild waren die üblichen Verspätungen der Deutschen Bahn ...
"Aufgrund von einem Polizeieinsatz" hatte bereits mein Zug NACH Duisburg Verspätung.
Die Begründung für den verspäteten Regionalzug auf der Rückfahrt allerdings fand ich dann doch etwas merkwürdig: "aufgrund von Personen im Gleis" (Anmerk.: Der Schaffner war Deutscher)... IM Gleis? Wie sind die denn da reingekommen?..
Im Herbst letzten Jahres hat in London die Begründung der Bahn für eine Verspätung für Schlagzeilen und anschliessende Witze unter den Passagieren gesorgt. "Aufgrund der falschen Art von Blättern auf den Gleisen"...
Beim ersten Schnee und folglichen Verspätungen dann immer der Kommentar von Zugreisenden: "Ist wohl die falsche Art von Schnee" *ggg*
In den letzten Tagen hatte ich zudem das Gefühl, dass Deutschland mir zeigen wollte, dass all meine Abneigungen und Kritiken unbegründet sind, denn beim Vergleich mit England waren mir bisher wiederholt akute Mangel im sozialen Zusammenleben, Respekt und Höflichkeit aufgefallen. Doch anders als befürchtet bin ich wiederholt auf sehr freundliche Verkäufer/Angestellte getroffen, in der Bahn sprangen Kids nur so auf um ihren Platz einer älteren Dame anzubieten. Frauen mit Kinderwagen wurde sofort und immerwieder geholfen, beim nach dem Weg fragen wurde uns freundlich Auskunft gegeben etc etc.
Ich war erstaunt.
Deutschland ist doch noch zu retten...


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