My Life In London

Ein kleiner Auszug aus meinem Leben hier in London, nachdem ich Duesseldorf und meiner Heimat den Ruecken gekehrt habe ...

Thursday, February 15, 2007

Kopfschmerzpost

Ich schreibe diesen Post mit erheblichen Kopfschmerzen (dank unseres weiblich-monatlichen Problems) und einem nicht unbedeutenden Koffein- und Aspirinspiegel im Blut, also bitte verzeiht mir jegliche Rechtschreibfehler und/oder Aehnliches.

Ich bin mal wieder (wie sollte es auch anders sein) im Dauerstress und obwohl ich kontinuierlich versuche diesen mit Fun-Aktivitaeten wie Kino/Theater/Cafe- und Pubbesuch zu kompensieren gelingt mir das nur sporadisch.

Das letzte Wochenende bestand darin die Infrarstruktur Londons bis aufs Aeusserste auszutesten. Natuerlich durften dabei zahlreiche Kaffees zur Staerkung (so alle zwei bis drei Stunden) nicht fehlen.
Meine Freunde schaffen es immer wieder mich zur Weisglut zu treiben, denn wenn ich eines nicht ausstehen kann dann ist dies Unpuenktlichkeit, bzw. Langsamkeit.
Ich scheine verflucht zu sein, denn allen meinen Freunden geht das Talent auf die Uhr zu schauen vollkommen ab. DAS MACHT MICH WAHNSINNIG.

London ist "nett". London ist aufregend, herausfordernd, unterhaltend, bunt, laut, international und tolerant. Letztendendes jedoch auch einfach nur verrueckt und dafuer liebe ich diese Stadt.
Trotz des Fakts, dass ich mich mitunter hier nicht nur zu 100% zu Hause fuehle, sondern auch komplett integriert, akzeptiert und respektiert (zumindest die meiste Zeit) gibt es einen Nachteil: Nach einiger Zeit verliert selbst die aufregendste Stadt der Welt ein wenig an Attraktivitaet, trotz oder besser: besonders aufgrund der Tatsache, dass nach einiger Zeit selbst das Unnormalste normal wird und das macht mir Angst.
Mein Leben ist komplett chaotisch (trotz eines gewissen Alltagstrott/Routine) und das Verrueckte daran: es ist schon normal fuer mich geworden.
Als ich gestern durch die Strassen des Zentrums schlenderte.. vorbei an "BIG ISSUE"-Verkaeufern (Obdachlosen), Alkis, City-Bankern, Bobbies (Polizisten), Strassenverkaeufern und Dreck, wurde mir eins ploetzlich klar: All das was frueher so schoen anders, fremd, neu, aufregend und herausfordernd war ist heute Alltag.
Damit tut sich ein weiteres Problem auf: Ich fuehle mich wie ein Junkie. Ich bin immun geworden gegen die Anziehungskraft dieser Stadt, der Fassaden, der Menschen hier.. Ich nehme alles immernoch unbewusst in mich auf, doch auf eine andere, natuerlichere Weise. Dies ist meine Stadt geworden, mein Leben. Ich kenne fast jeden Pflasterstein.. die Gegenden in denen die Reichen wohnen, die Strassen in die man nach 10 Uhr abends nicht mehr gehen sollte.. die besten Pubs, Clubs, Restaurants und Theater der Stadt.. Die Plaetze die man immer nur von aussen sieht.. den Teil der Gesellschaft zu dem man nie Zutritt erhaelt und jenen dem man lieber freiwillig den Ruecken zukehrt...
Es ist wunderbar und zugleich erschreckend. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung und doch habe ich Angst.. Angst vor dem Tag an dem mir alles was ich immer wollte, all das wofuer die Stadt und mein Leben hier steht, nicht mehr genug ist ...
Ich will mehr - und was ist dann ....

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